MINDESTANFORDERUNGEN ZUR HALTUNG VON DOMESTIZIERTEN NEUWELTKAMELIDEN

 

  • Freier Zugang zu einem Offenstall ist von November bis April zu gewährleisten.
  • Schattenspendende Strukturen auf der Weide (Stall, Bäume) müssen von Mai bis Oktober vorhanden sein.
  • Mindestgröße eines vorübergehenden Auslaufes (z. B. Umtriebsweide) muss 10 Ar für 2 Lamas oder Alpakas sowie 1 Ar für jedes weitere Tier über 6 Monaten betragen. Eine dauerhafte Standweide für 1-3 Alpakas sollte 15 Ar betragen, sowie 1,5 Ar für jedes weitere Alpaka über 6 Monaten. Eine dauerhafte Standweide für 1-3 Lamas sollte 20 Ar betragen sowie 2 Ar für jedes weitere Lama über 6 Monaten. Darüber hinaus empfehlen wir die Größe des Auslaufes an das Weidebedürfnis der Tiere anzupassen.
  • Mindestgröße des Offenstalls: 4 qm für 1 oder 2 Tiere. Für jedes weitere Tier 2 qm, sowie 0,5 qm für Jungtiere bis 10 Monate. Der Unterstand sollte an zwei bis drei Seiten winddicht geschlossen sein, und überall eine lichte Höhe von mindestens 2 m aufweisen.
  • Es müssen mindestens 2 Lamas oder 2 Alpakas oder 1 Alpaka und 1 Lama zusammengehalten werden. Ausnahme: territoriale Hengste außerhalb der Decksaison, die jedoch Blickkontakt zu Artgenossen haben sollten, sowie ausgewiesene Herdenschutzlamas.
  • Stuten können mit anderen Stuten, mit Wallachen oder einem Hengst vergesellschaftet werden. Hengste können vergesellschaftet werden mit anderen Hengsten, mit Wallachen, oder wenn es sich um einen einzelnen Hengst handelt, mit Stuten, die ihrerseits mindestens zu dritt sein müssen. Die ganzjährige Vergesellschaftung von Stuten mit einem Hengst ist nicht zu empfehlen.
  • Die Vergesellschaftung von mindestens zwei Neuweltkameliden mit anderen Tierarten ist möglich. Auf die Sicherheit und das Wohlergehen aller Tiere ist zu achten. Bei der Vergesellschaftung mit hiesigen Wiederkäuern ist auf eine angebrachte Parasitenbekämpfung zu achten.
  • Die Tiere brauchen ganzjährig Rauhfutter in Form von wildem Bewuchs auf der Weide, oder wenn nicht vorhanden, Heu. Die Tiere sollten während der Weidesaison weiden dürfen. Zusatzfutter ist nur nötig bei untergewichtigen Tieren oder Tieren mit besonderen Bedürfnissen.
  • Die Tiere müssen jederzeit Zugang zu ausreichend sauberem und kühlem Wasser haben.
  • Den Tieren muss ein Salzleckstein zur Verfügung gestellt werden.
  • Den Tieren müssen Mineralien für Neuweltkameliden zur Verfügung gestellt werden.
  • Angaben zu Schur: Huacaya Alpakas und (Semi-)Wooly Lamas müssen jährlich geschoren werden, Suri Alpakas und Suri Lamas mindestens alle zwei Jahre. Classic Lamas sollten ausgekämmt oder geschoren werden. Die Schur erfolgt vor Sommerbeginn. Die Schur muss nicht den ganzen Körper betreffen, jedoch muss sie gewährleisten, dass das Tier nicht unter übermäßigem Wärmeaufbau leidet.
  • Die Nägel müssen regelmäßig kontrolliert (mindestens 3 Mal jährlich) und bei Bedarf gekürzt werden.
  • Auf eine regelmäßige Entwurmung, vorzugsweise nach vorheriger koprologischer Untersuchung, ist zu achten und vorher mit dem Tierarzt abzusprechen (Wirkstoff, Dosierung, Behandlungsintervalle).
  • Impfungen gegen Klostridien sind möglich, hierzu den Tierarzt um Rat fragen.
  • Jedes Lama und Alpaka muss gemäß den nationalen und internationalen Bestimmungen mit einem Mikrochip identifiziert werden.